Fische in der Würm – GEO Tag der Natur, 17.6.2018

Man traf sich um 12 Uhr mittags an der Freizeitfläche Allach Servetstraße, bei der Kneippanlage.

Markus Edelberg, Staatlicher Fischereiaufseher und Ausbilder berichtete:

Als einziger Abfluss des Starnberger Sees schlängelt sich die Würm auf einer Gesamtlänge von 39,5 Kilometern (wovon 11,2 Kilometer im Münchner Stadtgebiet liegen) bis Dachau, wo sie in die Amper mündet.

Als Gewässer der Barbenregion bietet sie vielen unserer schuppigen Freunde ein kühles Zuhause. Vom Aal bis zum Zander fühlen sich beinahe alle der mehr als 100 Fischarten in ihr daheim: Bachforelle, Bachsaibling, Regenbogenforelle, Äsche, Barbe, Hecht, Zander, Waller, Barsch, Nerfling, Schied, Karpfen, Brachse, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Aitel und Aal sind am meisten vertreten.

Einige der Arten sind sehr stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht – und über diese Arten möchte ich euch etwas erzählen:

Die Äsche ist – meiner Meinung nach – der hübscheste Fisch, den wir haben: Sie gehört zur Familie der Salmonidae – ist also wie die Forelle mit dem Lachs verwandt. Ihr lateinischer Name verrät eine ihrer Besonderheiten: Thymallus thymallus – sie riecht und schmeckt nach dem beliebten Gewürz Thymian. 1997 und 2011 war die Äsche der Fisch des Jahres – eine leider recht traurige Ernennung, da die Arten des Jahres immer in Gefahr sind – bei der Äsche ist es leider so, dass sie bereits kurz vorm Aussterben steht, weshalb sie in der Würm im Münchner Stadtgebiet nicht befischt werden darf (Keine Sorge – in der Würm gibt es glücklicherweise noch viele Exemplare, was der Sperre für die Fischerei und den Anglern zu verdanken ist, die sich sehr stark für den Erhalt dieser Art einsetzen).

Auch die Bachforelle gehört zur Familie der Lachsartigen und fühlt sich in der Würm sehr wohl: Als Raubfisch erreicht sie hier durch das tolle Nahrungsangebot und die hohe Wasserqualität stattliche Größen: Es wurden bereits Exemplare mit mehr als 75cm gefangen. 1990 und 2005 war sie der Fisch des Jahres und ja: auch die Bachforelle, die bis zu 18 Jahre alt werden kann, ist leider gefährdet.

Dann hätten wir noch den Namensgeber der Gewässerregion: Die Barbe. Als Leitfisch der Region ist sie ein charakteristischer Vertreter für diese Art Gewässer – also Fließgeschwindigkeit, Grundmaterial …
Sie gehört zu den karpfenartigen Fischen und ist ein Kraftpaket unter den Fischen. Selbst ohne die Schleimschicht wäre es schwer, diesen Fisch zu halten – er ist einfach zu stark für die meisten Menschenhände. Als Friedfisch ernährt sich die Barbe von Schnecken, Würmern und Insektenlarven. Leider ist auch sie stark gefährdet und der Freistaat Bayern investiert viel Geld für Artenerhaltungsprogramme, damit dieser tolle Fisch auch weiterhin in unseren Gewässern schwimmt.

Natürlich darf der majestätische Hecht nicht fehlen: Als Spitze der Nahrungskette hat er in der Würm nahezu keine Feinde (bis auf die vereinzelt auftretenden Welse). Die Weibchen werden bis zu 140cm groß und können mehr als 15 Kilo auf die Waage bringen. Als Lauerjäger stehen sie toll getarnt und beinahe unsichtbar unter Holzstücken oder im Wassergras um blitzschnell ihre Beute zu packen. Dabei schafft der Hecht es leicht, aus dem Stand auf rund 30km/h zu beschleunigen.

Ich möchte euch auch nicht den Karpfen verschweigen: Gemeine Menschen nennen ihn auch Wasserschwein, da er – wie ein normales Schwein auch – mit seinem Rüsselmaul den Grund eines Gewässers nach Nahrung durchwühlt und damit im Gewässer eine ordentliche Sauerei veranstaltet, die man auch in ruhigen Bereichen eines Gewässers durch Blasen an der Wasseroberfläche sehen kann. Karpfen werden maximal 90cm groß und können ordentlich Gewicht auf die Waage bringen: 20 bis 30 Kilo sind keine Seltenheit in Seen – in Bächen und Flüssen müssen sie sich aber mehr bewegen und bleiben deutlich schlanker.

Natürlich sind das nur ein paar Vertreter – aber alle Arten vorzustellen würde dann doch den Rahmen sprengen. Ihr könnt euch aber auf der Seite des Landesfischereiverbands die Steckbriefe der Arten ansehen – es macht Spaß und ist wirklich interessant:
https://lfvbayern.de/fischen/angelfischerei/fischlexikon

Autor: Markus Edelberg